Dr. Sabina Magnani von Petersdorff während ihres Vortrags zu August Kopisch. Bild: Freundeskreis

Neapel, die Blaue Grotte von Capri und die deutsche Romantik: Mit diesen Themen beschäftigten sich die Riva-Freunde Bensheim bei einem Vortrag von Dr. Sabina Magnani von Petersdorff. Unter dem Titel „Kopisch in Neapel – Der Maler, Schriftsteller und Entdecker der Blauen Grotte und seine Zeit in Neapel“ lernten die Zuhörer einen außergewöhnlich vielseitigen Künstler kennen.

August Kopisch (1799–1853) war ein echtes Multitalent. Neben der Malerei widmete er sich der Dichtung, der Forschung und technischen Erfindungen. Eine unfallbedingte Schaffenskrise führte ihn früh nach Italien, wo er fünf Jahre lebte und arbeitete. Anders als viele Künstler seiner Zeit hielt er sich nicht nur in Rom, sondern vor allem auch in Neapel auf. Dort integrierte er sich in die Bevölkerung, lernte Italienisch und sogar den anspruchsvollen neapolitanischen Dialekt.

Berühmt wurde Kopisch durch die Entdeckung der Blauen Grotte auf Capri im Jahr 1826. Er machte die außergewöhnliche Naturerscheinung zu einem bedeutenden Motiv der deutschen Romantik. Sein Gemälde der Blauen Grotte zählt zu den bekannten Werken dieser Epoche. Auch seine übrigen Bilder aus Neapel spiegeln die besondere Atmosphäre der Landschaft wider. Mit feinem Gespür für Farben und Stimmungen hielt er die Reize des Golfs von Neapel auf der Leinwand fest.

Bei den Neapolitanern war Kopisch so beliebt, dass sie ihm den Spitznamen „Don Augusto Prussiano“ – der preußische Herr August – gaben. Als Stadtführer begleitete er bedeutende deutsche Italienreisende und vermittelte zwischen den Kulturen. Zu seinen Gästen gehörte auch der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, der später König Friedrich Wilhelm IV. wurde.

Dr. Sabina Magnani von Petersdorff machte mit ihrem Vortrag die vielfältigen Facetten des Künstlers sichtbar und verdeutlichte, wie eng Kopischs Leben und Werk mit Neapel verbunden waren. Zugleich bot die Veranstaltung eine interessante Ergänzung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise nach Kampanien.

Text: Freundeskreis